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Marlene Engelhorn – Erbin lässt Bürger 25 Millionen verteilen

Arthur George Morgan Cooper • 2026-04-14 • Gepruft von Mia Schneider






Marlene Engelhorn: Die Erbin und ihr Plan für den Guten Rat für Rückverteilung

Marlene Engelhorn ist eine österreichisch-deutsche Erbin und Aktivistin, die 25 Millionen Euro aus einer Erbschaft über ein Bürgergremium der Allgemeinheit zur Verfügung stellen möchte. Mit dem „Guten Rat für Rückverteilung” hat sie einen innovativen Ansatz gewählt, bei dem zufällig ausgewählte Bürger über die Verwendung des Vermögens entscheiden. Das Projekt hat international Aufmerksamkeit erregt und wirft Fragen zur Vermögensverteilung und demokratischen Beteiligung auf.

Die gebürtige Wienerin, geboren 1992, Nachfahrin der BASF-Gründerfamilie Engelhorn, kündigte im Januar 2024 an, einen zweistelligen Millionenbetrag aus einem geschätzten Familienvermögen von über 4,2 Milliarden US-Dollar umzuverteilen. Ihr Ziel: einen Beitrag zur Verringerung sozialer Ungleichheit zu leisten und gleichzeitig ein Modell für demokratische Vermögensverteilung zu etablieren.

Das Bürgergremium, bestehend aus 50 zufällig ausgewählten Österreichern ab 16 Jahren, hat seine Arbeit im Juni 2024 abgeschlossen und die Mittel auf etwa 80 Organisationen verteilt. Die Auszahlungen erfolgen über mehrere Jahre, um den Empfängern Planungssicherheit zu geben.

Wer ist Marlene Engelhorn?

Marlene Engelhorn wurde 1992 in Wien geboren. Sie ist eine österreichisch-deutsche Aktivistin und Publizistin sowie Nachfahrin der Familie Engelhorn, die das Chemieunternehmen BASF mitbegründet hat. Ihre Großmutter Traudl Engelhorn-Vechiatto vererbte ihr einen zweistelligen Millionenbetrag aus einem Familienvermögen, das zuletzt auf über 4,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde.

👤
Wer
Österreichische Erbin und Aktivistin
💶
Was
25 Mio. € via Bürgergremium verteilen
📅
Wann
Erbschaft 2022, Ankündigung Januar 2024
🎯
Warum
Ungleichheit bekämpfen, demokratische Teilhabe

Familie und Vermögenshintergrund

Die Familie Engelhorn zählt zu den wohlhabendsten Deutschlands. Die Wurzeln des Vermögens liegen im 19. Jahrhundert, als die BASF gegründet wurde. Über Generationen hinweg wuchs das Familienvermögen erheblich an, ohne dass in Deutschland nennenswerte Erbschaftssteuern gezahlt wurden.

Engelhorn wuchs in diesem Umfeld auf, entschied sich jedoch früh für einen anderen Weg. Sie ist Mitgründerin der Initiative „taxmenow” und setzt sich öffentlich für eine stärkere Besteuerung vererbter Vermögen ein. Ihre Haltung ist geprägt von der Überzeugung, dass großes Vermögen nicht automatisch Tüchtigkeit oder Intelligenz widerspiegelt.

Engelhorns wichtigste Aktivitäten im Überblick

  • Mitgründerin der Initiative „taxmenow” für höhere Erbschaftssteuern
  • Mitglied der Guerrilla Foundation seit 2020
  • Engagement auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos
  • Gründerin des „Guten Rat für Rückverteilung”
  • Mitglied einer wachsenden Bewegung vermögender Aktivisten
  • Publizistin und Interviewpartnerin in internationalen Medien

Was ist der Gute Rat für Rückverteilung?

Der „Gute Rat für Rückverteilung” ist ein Bürgerrat, den Marlene Engelhorn im Januar 2024 ins Leben rief. Das Gremium besteht aus 50 zufällig ausgewählten Österreichern ab 16 Jahren, die in sechs Wochenenden einen intensiven Diskussionsprozess durchliefen. Ihre Aufgabe: entscheiden, wie die 25 Millionen Euro am wirkungsvollsten eingesetzt werden können.

Wie funktioniert das Bürgergremium?

Der Prozess folgte einem strukturierten Ablauf. Zunächst wurden die Teilnehmer per Zufallsauswahl aus der österreichischen Bevölkerung ermittelt. Anschließend beschäftigten sie sich über mehrere Wochen hinweg mit Informationen zu sozialer Ungleichheit, Projektförderung und effektiver Mittelverwendung.

Dabei wurden verschiedene Expertinnen und Experten hinzugezogen, um eine fundierte Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Die Bürger diskutierten Vorschläge, bewerteten Optionen und einigten sich schließlich auf konkrete Zuwendungen. Dieser Ansatz unterscheidet sich fundamental von traditioneller Philanthropie, bei der einzelne Wohlhabende nach eigenem Ermessen spenden.

Warum ein Bürgerrat?

Engelhorn sieht in dem Modell einen Weg, „Demokratie in die Bevölkerung hereinzubringen”. Statt dass reiche Einzelne über die Verwendung von Vermögen entscheiden, sollen jene mitwirken, die dieses Vermögen durch Arbeit und Steuerzahlungen mit ermöglicht haben.

Ergebnis der Beratungen

Im Juni 2024 schloss das Gremium seine Arbeit ab. Die 50 Teilnehmer verteilten die 25 Millionen Euro auf etwa 80 Organisationen und Verbände, darunter 77 Initiativen. Die größte Einzelzuwendung erhielt die Naturschutzgesellschaft Österreich mit 1,6 Millionen Euro für Klimaschutzmaßnahmen.

Die Auszahlungen erfolgen nicht in einer Summe, sondern über mehrere Jahre verteilt. Dadurch erhalten die geförderten Organisationen Planungssicherheit und können ihre Projekte langfristig ausrichten. Nähere Informationen finden sich auf der offiziellen Projektwebsite.

Ihr Erbe: Höhe und Verwendung

Wie viel hat Marlene Engelhorn geerbt?

Engelhorn erbte von ihrer Großmutter Traudl Engelhorn-Vechiatto einen zweistelligen Millionenbetrag. Das geschätzte Familienvermögen, aus dem diese Erbschaft stammt, beläuft sich auf über 4,2 Milliarden US-Dollar. Die genaue Höhe ihres persönlichen Erbes hat Engelhorn nicht öffentlich gemacht.

Von diesem Erbe stellt sie 25 Millionen Euro für das Bürgergremium zur Verfügung. Sie behält einen Teil des Vermögens für ihre berufliche Transition und bleibt in ein wohlhabendes familiäres Netzwerk eingebettet. Engelhorn betont, dass ihre Privilegien auch nach der Umverteilung weiterhin wirksam bleiben.

Steuerfreie Vererbung in Österreich

In Österreich werden weder Vermögen noch Erbschaften besteuert. Engelhorn warnt, dass in den nächsten 30 Jahren etwa 600 Milliarden Euro steuerfrei vererbt werden könnten. Diese Tatsache prägt ihre Forderung nach einer Erbschaftssteuer.

Wie werden die Mittel konkret eingesetzt?

Die 25 Millionen Euro wurden auf etwa 80 Organisationen verteilt, mit Schwerpunkt auf sozialen und ökologischen Projekten. Der Bürgerrat entschied sich bewusst für eine breite Streuung, um möglichst viele Bereiche zu unterstützen.

  • Umwelt- und Klimaschutzorganisationen
  • Soziale Initiativen und Wohltätigkeitsorganisationen
  • Kulturelle Einrichtungen und Projekte
  • Bildungseinrichtungen und Forschungsförderung
Fakt Details Quelle
Geburtsjahr 1992 Wikipedia
Erbschaft Zweistelliger Millionenbetrag Wikipedia
Familienvermögen Über 4,2 Mrd. US-Dollar Wikipedia
Ausgeschüttete Summe 25 Millionen Euro Spiegel
Geförderte Organisationen Etwa 80 Spiegel
Größte Einzelzuwendung 1,6 Mio. Euro (Naturschutz) Spiegel
Auszahlungszeitraum Mehrere Jahre Spiegel
Bürgerrats-Teilnehmer 50 Personen ab 16 Jahren Wikipedia

Warum verschenkt Marlene Engelhorn ihr Vermögen?

Engelhorns Motivation speist sich aus einer klaren Überzeugung: Vermögen sollte gerecht verteilt werden. Sie argumentiert, dass die Allgemeinheit darüber entscheiden sollte, wie vererbte Vermögen verwendet werden – nicht einzelne Wohlhabende nach ihren persönlichen Vorlieben.

In Interviews hat sie wiederholt betont, dass sie keine neue Debatte beginne, sondern sich an einem bereits seit Jahrzehnten geführten Diskurs beteilige. Der Unterschied liege darin, dass ihr als reiche Frau eine deutlich größere Plattform gegeben werde. Diese Plattform nutze sie bewusst, um auf Missstände hinzuweisen.

Forderung nach Erbschaftssteuer

Engelhorn fordert die Einführung bzw. Erhöhung von Erbschaftssteuern. Sie sieht es als Problem, dass in Österreich Millionen und Milliarden steuerfrei vererbt werden können, während Arbeitnehmer steuerlich belastet werden.

Gesellschaftliche Kritik an Reichtum

Engelhorn kritisiert auch die gesellschaftliche Wahrnehmung von Reichtum. Ihrer Ansicht nach werden Vermögende automatisch als intelligent und kompetent dargestellt, während diese Zuschreibungen bei Menschen ohne großes Vermögen nicht erfolgen. Diese Ungleichbehandlung möchte sie hinterfragen.

Internationale Einordnung

Engelhorn ist Teil einer wachsenden Bewegung junger, politisch links eingestellter Millionäre, die sich für stärkere Besteuerung vererbter Vermögen einsetzen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat sie diese Positionen öffentlich vertreten. Die Initiative „taxmenow”, deren Mitgründerin sie ist, setzt sich gezielt für höhere Erbschaftssteuern ein.

Zeitplan und Ablauf des Projekts

Das Projekt „Guter Rat für Rückverteilung” durchlief einen klar strukturierten zeitlichen Ablauf. Von der Erbschaft über die Ankündigung bis zur finalen Verteilung vergingen mehrere Jahre intensiver Arbeit und Vorbereitung.

  1. Erbschaft (2022): Großmutter Traudl Engelhorn-Vechiatto verstirbt und vererbt Marlene Engelhorn einen zweistelligen Millionenbetrag.
  2. Ankündigung (Januar 2024): Engelhorn gibt öffentlich bekannt, 25 Millionen Euro der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
  3. Gründung des Bürgerrats: Der „Gute Rat für Rückverteilung” wird ins Leben gerufen, die Bewerbungsphase für Teilnehmer beginnt.
  4. Beratungsphase (Frühjahr 2024): 50 zufällig ausgewählte Österreicher durchlaufen sechs Wochenenden intensiver Diskussionen.
  5. Abschluss (Juni 2024): Der Bürgerrat schließt seine Arbeit ab und verteilt die 25 Millionen Euro auf etwa 80 Organisationen.
  6. Auszahlungsphase (ab 2024): Die Mittel werden über mehrere Jahre an die geförderten Organisationen ausgezahlt.

Warum gerade jetzt?

Engelhorn hat wiederholt betont, dass sie den Zeitpunkt bewusst gewählt habe. Nach Jahren der Auseinandersetzung mit dem Thema Vermögensungleichheit und intensiver Selbstreflexion entschloss sie sich zum Handeln. Der Zeitpunkt fiel mit der wachsenden öffentlichen Debatte über soziale Ungleichheit zusammen.

Was ist bekannt – was bleibt offen?

Bekannt

  • Geburtsjahr und Herkunft (1992, Wien)
  • Erbschaft von zweistelligem Millionenbetrag
  • Familienvermögen über 4,2 Mrd. US-Dollar
  • 25 Mio. Euro für Bürgergremium
  • 50 Teilnehmer ab 16 Jahren
  • Sechs Wochenenden Beratung
  • Verteilung auf etwa 80 Organisationen
  • Größte Zuwendung: 1,6 Mio. Euro

Noch offen

  • Genaue Höhe des persönlichen Erbes
  • Zukünftige weitere Umverteilungen
  • Langfristige Wirkung der Förderungen
  • Fortschritte bei Erbschaftssteuer-Debatte
  • Engelhorns weitere Lebensplanung
  • Mögliche Ausweitung auf andere Länder

Hintergrund: Vermögensungleichheit und Bürgerräte

Das Projekt von Marlene Engelhorn steht in einem größeren gesellschaftlichen Kontext. Die Debatte über Vermögensungleichheit hat in den letzten Jahren deutlich an Intensität gewonnen. Oxfam-Berichte zeigen regelmäßig, dass die reichsten Prozent der Bevölkerung über einen wachsenden Anteil des globalen Vermögens verfügen.

Bürgerräte als Instrument demokratischer Beteiligung haben ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Verschiedene Länder haben solche Gremien eingesetzt, um komplexe gesellschaftliche Fragen zu diskutieren. Das österreichische Modell mit 16-Jährigen als Teilnehmer stellt dabei einen besonders inklusiven Ansatz dar.

Kritiker halten das Projekt dennoch für eine Form des „Altruismus der Superreichen”, die strukturelle Probleme nicht löse. Befürworter sehen darin einen wertvollen Beitrag zur Debatte und ein Modell für zukünftige Philanthropie. Fest steht: Das Projekt hat die Diskussion über Vermögensverteilung in Österreich und darüber hinaus belebt.

Stimmen und Quellen

„Ich sehe den Guten Rat als einen wundervollen Schritt, um Demokratie in die Bevölkerung hereinzubringen.”

— Marlene Engelhorn, Deutschlandfunk Kultur

„Ich beteilige mich nicht an einer neuen Debatte, sondern an einem bestehenden Diskurs, der teilweise jahrzehntelang geführt wird – mit dem Unterschied, dass mir als reiche Frau eine deutlich größere Plattform gegeben wird.”

— Marlene Engelhorn, YouTube-Interview

Wichtige Quellen

Zusammenfassung

Marlene Engelhorn verkörpert einen ungewöhnlichen Ansatz im Umgang mit ererbtem Vermögen. Die 1992 geborene Österreicherin, Nachfahrin der BASF-Gründerfamilie, hat 25 Millionen Euro aus ihrer Erbschaft über einen Bürgerrat der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Der „Gute Rat für Rückverteilung” entschied im Juni 2024 über die Verteilung auf etwa 80 Organisationen, mit Schwerpunkt auf sozialen und ökologischen Projekten.

Engelhorns Motivation liegt in der Überzeugung, dass Vermögen gerecht verteilt werden sollte und die Gesellschaft darüber mitentscheiden darf, wie vererbte Reichtümer eingesetzt werden. Mit ihrer Forderung nach Erbschaftssteuern und ihrem Engagement für demokratische Beteiligung hat sie eine breite Debatte angestoßen. Das Projekt, über das auf der Website des Guten Rates informiert wird, zeigt sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen individuellen Engagements im Kampf gegen soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Vermögen hat Marlene Engelhorn insgesamt geerbt?

Die genaue Höhe ihres persönlichen Erbes ist nicht öffentlich bekannt. Bekannt ist, dass ihre Großmutter ihr einen zweistelligen Millionenbetrag vererbte, aus einem Familienvermögen von über 4,2 Milliarden US-Dollar.

Wer kann am Bürgergremium teilnehmen?

Der „Gute Rat für Rückverteilung” in Österreich bestand aus 50 zufällig ausgewählten Bürgern ab 16 Jahren. Die Auswahl erfolgte per Zufall, um eine demografische Mischung zu gewährleisten.

Wie kontaktiert man Marlene Engelhorn?

Offizielle Informationen sind über die Website des Guten Rates für Rückverteilung verfügbar. Für Presseanfragen empfiehlt sich der Weg über etablierte Medienkanäle oder ihre Aktivitäten bei „taxmenow” und der Guerrilla Foundation.

Gibt es Kritik am Projekt?

Kritiker sehen in dem Projekt eine Form des „Altruismus der Superreichen”, der strukturelle Probleme nicht löse. Andere bemängeln, dass Engelhorn trotz der Umverteilung privilegiert bleibt. Befürworter hingegen loben den demokratischen Ansatz.

Was passiert mit dem restlichen Vermögen?

Engelhorn behält einen Teil ihres Vermögens für ihre berufliche Transition und bleibt in ein wohlhabendes familiäres Netzwerk eingebettet. Ihre Privilegien wirken laut eigenen Angaben auch nach der Umverteilung weiter.

Hat das Projekt Nachahmer gefunden?

Der Ansatz, Vermögen über Bürgerräte zu verteilen, hat international Aufmerksamkeit erregt. Ob ähnliche Projekte entstehen, ist derzeit nicht bekannt. Die Initiative hat jedoch die Debatte über philanthropische Modelle belebt.

Welche Organisationen wurden gefördert?

Die 25 Millionen Euro wurden auf etwa 80 Organisationen verteilt, darunter 77 Initiativen. Die größte Einzelzuwendung von 1,6 Millionen Euro erhielt die Naturschutzgesellschaft Österreich für Klimaschutzmaßnahmen.

Wie unterscheidet sich das von normaler Spenden-Philanthropie?

Traditionell entscheiden Wohlhabende selbst, wem sie ihr Geld geben. Beim Guten Rat geben 50 zufällig ausgewählte Bürger diese Entscheidung – ein demokratischer Ansatz, der die Entscheidung aus der Hand einzelner Superreicher nimmt.


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